Geschichte der Buchhandlung

Am 19.Januar 1841 wurde von Emil Baensch im Hause Breiter Weg 9 eine Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung eröffnet. Schon drei Jahre später zog die Firma ins sagenumwobene Haus 'Zum Weißen Roß', Breiter Weg 19. Im Revolutionsjahr 1848 versammelten sich Demonstranten vor dem Haus Breiter Weg 180, weil die kostbare Rokokoeinreichtung der Buchhandlung für die damalige Zeit so prächtig war, daß man meinte, dagegen protestieren zu müssen. Emil Baensch hatte diese in Auftrag gegeben, weil er kurz zuvor mit seinem Geschäft dorthin umgezogen war. In dem Verlag, den er nun seiner Buchhandlung angegliedert hatte, entwickelte er eine umfangreiche Tätigkeit und gab u.a. eine dreibändige Geschichte der Stadt Magdeburg von F. W. Hoffmann und die Biographie Otto von Guerickes von Otto Opel heraus. Nach mehrmaligen Besitzerwechsel ist die Buchhandlung seit 1912 im Besitz der Familie Wahle. Die kostbare Einrichtung und die umfangreichen Bestände wurden in der Bombennacht des 16. Januar 1945 total vernichtet. In den ausgebrannten Räumen fand ein mühsamer Neubeginn statt, und unter sozialistischen Bedingungen war die Existenz wiederholt gefährdet. Heute wird die Buchhandlung in der dritten bzw. vierten Generation von Hans-Joachim Wahle und seinem Sohn Wolfram im Haus Breiter Weg 174 geführt. Der Tradition der Pflege heimatlicher Literatur fühlt man sich aus Liebe zur Stadt Magdeburg weiterhin verbunden. In jüngster Zeit hat die Buchhandlung zwei Titel - 'Die Baugeschichte der Stadt und Festung Magdeburg' und ' Ein Spaziergang durch die Magdeburger Mundart' - einer Schriftenreihe zur Heimatkunde aus den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts nachdrucken lassen, um diese, weil sie längst zu Raritäten geworden waren, wieder einer breiten Leserschicht zugänglich zu machen. Neben der umfangreichen Auswahl an Regionalliteratur findet man in der Buchhandlung Fritz Wahle auch ein breites Sortiment an schöngeistiger Literatur, Kinderbücher und eine kleine Auswahl an CDs mit klassischer Musik

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